Ganz entspannt geht es heute weiter. Ich wollte eigentlich bis zum Karwendelhaus gehen, musste aber auf die Falkenhütte ausweichen, da das Karwendelhaus noch bis zum 4. August geschlossen hat. Deswegen ist die Etappe heute nochmal kurz.

Ich gehe erst gegen 9 Uhr los. Erst ein kleines Stück den Weg zurück, wie ich gestern gekommen bin. Dann aber nicht die Kehren hinab, sondern Richtung Westliches Lamsenjoch.

Unterhalb der Lamsenspitze geht es auf einem Pfad über den Sattel. Es wird wieder ein heißer Tag, hinter mir strahlt die Sonne schon kräftig.

Noch ein letzter Blick ins Falzthurntal und auf das Sonnjoch, bevor ich dann auf der anderen Seite nach Eng absteige.

Vorbei an Kühen geht es den Schotterweg weiter hinab zur Binsalm.

Danach gehe ich eine Schotterstraße abwärts zum Alpengasthof Eng. Dieser liegt ganz am Ende des Enger Tals und des Großen Ahornbodens. Hier war ich schon mal im Herbst. Das ist die beste Zeit um den Ahornboden zu besuchen – wenn die Ahornblätter in ihren Herbstfarben in der Sonne schimmern. Voll ist es hier aber wohl immer.

Ich hatte gehofft, dass ich von meinem Weg einen schönen Blick über den Ahornboden habe, aber die Bäume sind zu dicht. Deswegen hier nur ein Bild, wo ich schon unten bin. Zumindest ein paar Ahornbäume sind von hier noch zu sehen.

Nun folgt der Aufstieg zum Hohljoch. Ich mache noch eine kurze Pause, Empfang habe ich aber immer noch nicht. Dann geht es in der prallen Sonne die Wiese hinauf. Zurück nochmal der Blick auf die Engalm.

Was bin ich froh, dass es dann in den Wald geht. Der Schatten tut gut. Und als es dann doch wieder über Wiesen geht, sind ein paar Wolken aufgezogen, die für Schatten sorgen. Je höher ich komme, desto besser ist der Blick auf die imposanten Felswände links von mir.

Als ich das Hohljoch erreiche, habe ich die meisten Höhenmeter für heute geschafft. Ich gehe nur noch ein Stück weiter, von der Kuhweide runter und dann mache ich es mir im Gras bequem. Ich habe noch genug Zeit für eine lange Pause. Also schmeiße ich den Gaskocher an, heute gibt es Bulgur mit Erbsen und Brokkoli. Danach noch ein Knäckebrot, getrocknete Apfelringe und dunkle Schokolade.

Ich blicke nun direkt auf die Laliderer Wände. Und da hinten rechts auf dem Grashügel sehe ich auch schon die Falkenhütte.

Bis dahin ist es jetzt gar nicht mehr weit. Nur noch den Pfad durch das Geröllfeld unterhalb der Laliderer Wände entlang. Dann durch ein paar Latschen und eine Schotterstraße in wenigen Serpentinen wieder hinauf. In der Falkenhütte auf 1856 Meter Höhe schlafe ich.

Rechts kann man den Weg durch das Geröllfeld, den ich gekommen bin, gut erkennen.

Von der Terrasse habe ich weiter einen genialen Blick auf die steilen Felswände.

Die Falkenhütte gehört mit der Lamsenjochhütte zusammen. Die Speisekarte ist genau dieselbe von Design, Gerichten und Preisen. Empfang gibt es hier aber weiterhin nicht. Willem, den ich hier wiedertreffe, hat Glück und kann kurz telefonieren, ich bekomme aber gar kein Signal. Was ja auch nicht schlimm ist, ich dachte nur, ich kann die Berichte endlich alle hochladen für Euch.

Den restlichen Nachmittag und Abend verbringe ich in der Stube und schaue mir den Regen und das Gewitter aus dem Trockenen an. Ich esse noch was und schreibe weiter. Um halb 10 geht’s schlafen, jetzt bin ich endlich wieder auf dem aktuellen Stand mit den Berichten.


12,8 km

3:55 h

767 hm

862 hm

1946 m