Der Countdown läuft! Ich bin schon mal im Ziel-Monat und in der Ziel-Region, nämlich Schwaben, angekommen. Nur noch 20 Tage – ich fürchte, die gehen genauso schnell rum wie die bisherigen 66 Tage. So ist das bei so vielen Erlebnissen und Abenteuern. Aber ich freue mich ja auch aufs Ziel!

Der Sonntag ist ein sehr entspannter Pausentag. Da meine linke Ferse weh tut, schone ich meine Füße viel und schaue mich nicht mehr so viel um wie geplant. Natürlich ist es gerade an dem Pausentag den ganzen Tag bewölkt und es wäre perfekt zum Wandern. Stattdessen suche ich mir ein schönes Plätzchen und lese meinen Krimi zu Ende.

In Nördlingen gibt es das Ries-Krater Museum. Ich besichtige es zwar nicht, aber lerne dennoch was. Ich hatte mich nämlich schon auf dem Weg hierher gefragt, wieso hier alles mit Rieser vorweg benannt ist. Vor 15 Millionen Jahren gab es einen Meteorideneinschlag, das Ries-Ereignis. Der fast kreisförmige Einschlagkrater ist einer der besterhaltenen der Welt. Das flache Gebiet hebt sich deutlich von der umgebenen Alb ab, aus der Luft ist es wohl deutlich zu erkennen.

Nördlingen lohnt sich auf jeden Fall für einen Besuch. Die Stadtmauer um die Altstadt und der Wehrgang sind vollständig erhalten.

Wenn ihr euch gerne mittelalterliche Altstädte anschaut, dann wäre die Romantische Straße was für euch. Es gibt Beschilderung für Autos, Radfahrer und Wanderer und man kommt von Füssen bis Würzburg an den schönsten Orten vorbei. Einige davon habe ich ja jetzt schon gesehen. Aber ich glaube, irgendwann möchte ich die Strecke auch nochmal mit dem Fahrrad fahren.

Heute Morgen geht es dann mit aufgeladener Energie für einen 30 Kilometer-Tag weiter nach Donauwörth. Mit etwas Abstand gehe ich durch Felder entlang der Bundesstraße, dann weiter neben den Bahngleisen.

Zwischendurch gehe ich auf dem Radweg direkt an der Straße, dann biege ich wieder ab auf Feldwege.

Und dann kommt endlich mal ein bisschen Abwechslung. Kurz vor Harburg verpasse ich einen Abzweig und als ich auf die Karte schaue, sehe ich, dass der Weg jetzt nur noch zur Burg hochführt. Also gehe ich weiter, laut Schildern sind es nur 10 Minuten.

Ich hätte mir gerne die Burg angeschaut und vielleicht eine Führung mitgemacht. Aber dafür habe ich noch zu viel Weg vor mir und es ist schon 15:30 Uhr. Ich quatsche aber ein bisschen mit der Frau im Kassenhäuschen und darf ausnahmsweise ohne Eintritt zu bezahlen eben die Toilette benutzen. Dann erklärt sie mir noch den schnellsten Weg wieder hinunter in die Stadt und meint, der Radweg bis zum Campingplatz wäre richtig schön. Ich soll über den Burghof und dann durch die rote Tür in der Mauer gehen, sie warnt mich nur, dass der Weg steil sei.

Als ich nichtsahnend die besagte rote Tür aufmache, habe ich plötzlich diesen Blick vor mir.

Der Weg ist aber gut zu gehen, es geht steile Stufen hinunter. Entlang des Weges stehen immer wieder Märchenfiguren.

Hier nochmal der Blick zurück auf die Burg, nachdem ich die Wörnitz überquert habe und Harburg hinter mir lasse.

Entweder nehme ich dann aber einen falschen Radweg oder es gibt Leute, die einen Radweg entlang der Bundesstraße als sehr schön empfinden. Die letzte Stunde geht es aber dann einen wirklich schönen Weg an der Wörnitz entlang.

Der Campingplatz ist auf dem Gelände des Kanu-Clubs Donauwörth und nur für Kanu-, Radfahrer und Wanderer. Direkt am Fluss, klein, ruhig und günstig.

Ich freue mich schon auf mein 3-Gänge-Menü mit Champignons, Spaghetti mit Pesto und Mandelhörnchen. Und darauf, mich hinzulegen, die letzten 4 Kilometer taten meine Füße wieder ziemlich weh. Aber ich habe die lange Strecke gut geschafft.


31,1 km

6:25 h

157 hm

181 hm

483 m