Ich bin ganz froh, dass die Etappen, so wie ich sie geplant habe, aktuell nicht so lang sind. Bei der Hitze ist der Aufstieg immer doppelt so anstrengend und echt mühsam. Auch heute wird wieder ein richtig heißer Tag. Und ich gehe erst nach 8 Uhr los, da steht die Sonne schon hoch genug, um mich direkt zum Schwitzen zu bringen.

Über einen Steig geht es oberhalb des Formarinsees bis zur Schotterstraße, wo auch die Bushaltestelle ist. Ich überhole einige andere Wanderer, die sich wundern, wieso ich so viel schneller als sie bin, wo ich doch einen viel größeren Rucksack trage.

Hinter der Formarinalpe führt der Weg zwischen Kühen die Wiese hinauf. Eine ganze Weile geht es immer leicht aufwärts am Hang zwischen den Latschen entlang. Die Sonne scheint mir die ganze Zeit direkt ins Gesicht und es gibt keinen Schatten. Ich mache viele kleine Trinkpausen.

Später sehe ich auf der Karte, dass ich bei der Formarinalpe an der Lechquelle vorbeigelaufen bin. Schade, verpasst, ich habe dort nicht drauf geachtet. Das wäre ganz cool gewesen, den Ursprung vom Lech noch kennenzulernen, da ich auf meiner Deutschland-Wanderung ziemlich viele Etappen am Lech entlang gewandert bin. So wie es aussieht, laufen die Bäche aus 3 Tälern zusammen und aus Formarinbach, Spullerbach und Johannesbach wird dann der Lech. Das muss ich aber nochmal nachlesen, wenn ich besseres Netz habe, ob das tatsächlich so ist.

Der weitere Weg durch das Obergschröf hat ein bisschen Ähnlichkeit mit dem Steinernen Meer gestern, nur dass die Felsen viel kantiger sind.

Hoch zum Johannesjoch komme ich noch an ganz viel Wollgras vorbei. Das sieht immer gut aus.

In steilen Kehren geht es hinauf, erst über Wiese mit Schotter, dann wird es immer felsiger. Das letzte kleine Stück braucht man die Hände zur Hilfe.

Oben bietet sich dann plötzlich ein völlig anderes Bild. Graue Steinwüste mit ein paar vereinzelten Schneefeldern.

Hier mache ich Pause, bevor es dann unterhalb der Schwarzen Wand wieder ein Stück hinab geht. Ein Stück des Weges kann ich von weitem ausmachen. Links von dem langgezogenen Schneefeld sieht man ein paar Zacken des Pfades. Ich frage mich allerdings, wo es dann weiter geht.

Erstmal folge ich dem Pfad abwärts, immer entlang des steilen Hanges, mit Blick ins Tal. Über ein kleines Schneefeld und dann geht es wieder hinauf.

Rechts sieht man gut den Weg, wo ich gerade hergekommen bin.

Wieder oben angekommen, kann ich auf der anderen Seite schon mein Ziel sehen. Ich gehe noch ein Stück über den Grat und dann geht es hinab zur Hütte.

Von weitem sehen die Felsen da rechts richtig gut aus, wo ich hergekommen bin. Wie angeklebt an den Berg.

Die nächsten beiden Nächte schlafe ich in der Göppinger Hütte auf 2245 Meter Höhe. Dahinter ragt die Hochlichtspitze auf.

Diese Hütte gefällt mir schon wieder viel besser, man kann sie nur zur Fuß erreichen. Dementsprechend ist es hier auch viel ruhiger als auf den letzten beiden Hütten. Ich bin schon am frühen Nachmittag da und sitze noch lange auf der Terrasse in der Sonne. Und da meine Beine wohl noch nicht ausgelastet sind, versuche ich mich an der Slackline vor der Hütte. Zumindest ein paar Schritte schaffe ich. Dann habe ich ja auch eine coole Beschäftigung für morgen 🙂


10,8 km

4:10 h

847 hm

467 hm

2385 m