Ich bin letzte Nacht immer wieder aufgewacht. Anscheinend habe ich mich nicht ganz so sicher gefühlt mit den ganzen Leuten um mich herum. Aber die Nacht ist um und um 7:30 Uhr geht‘s weiter. Die ersten zwei Stunden gehe ich entlang der Bundesstraße, auf dem Radweg. Wieder hält ein Autofahrer und fragt, ob er mich ein Stück mitnehmen soll. Dann endlich stoße ich auf den Jakobsweg. Dieser Teil ist der Jakobsweg Via Scandinavica, der den skandinavischen Jakobsweg mit denen in Mitteldeutschland verbindet.

Am Kloster vorbei geht es in Lüneburgs Innenstadt. Die alten Backsteinhäuser, teils mit Fachwerk, gefallen mir echt gut.

Plötzlich höre ich eine Stimme hinter mir, „Nein, das gibt‘s doch nicht!”. Ein Radfahrer hält neben mir, was eine Überraschung. Erinnert ihr euch an Olaf und Marlon von Tag 15? Ich kann es kaum glauben und Olaf auch nicht. Er wohnt in Lüneburg und ist gerade auf dem Weg zur Arbeit. Heute ist sein erster Arbeitstag nach dem Urlaub. Er meinte, er wollte gerade abbiegen, da hat er mich gesehen und direkt erkannt von hinten. Was ja auch nicht schwer ist bei meinem Gepäck. Er muss bis 20 Uhr arbeiten, aber er bietet mir einen Schlafplatz an. Die Welt ist doch echt klein manchmal. So genial!

Ich will zwar noch ein Stück weitergehen zum Campingplatz, aber wir verabreden uns dort zum Essen, er kommt nach der Arbeit vorbei. Mit noch ein paar Tipps, was ich mir angucken kann in Lüneburg geht‘s munter weiter.

In dem süßen, kleinen Café „Bell & Beans” gönne ich mir heute erstmal ein besonderes Frühstück. Es ist alles mit viel Liebe hausgemacht und vegan. Bei Kakao und Pfannkuchen mit viel Obst plane ich die nächsten Tage und suche ein paar Schlafmöglichkeiten heraus.

Gestärkt erkunde ich dann dieses schöne Städtchen.

Auf Empfehlung schaue ich mir die St. Johannis Kirche an. Die beiden Orgeln (alt und neu) sind riesig. Direkt gegenüber sieht man den alten Wasserturm.

Der nächste Stopp ist dann das Gradierwerk im Kurpark. Hier genieße ich die Luft, die ja so gut für die Atemwege sein soll.

Heute nieselt es immer wieder, aber ich mag die kleine Erfrischung zwischendurch. Es ist trotzdem warm und bei dem bisschen Regen lohnt es sich auch nicht, die Regenjacke anzuziehen.

Der Jakobsweg führt mich direkt zum Campingplatz. Es geht durch den Wald, an der Ilmenau entlang. Ein richtig schöner Platz, direkt am Wald gelegen, klein und ruhig. Und mit einem Naturbadeteich in der Mitte.

Ich schwimme noch ein paar Runden und genieße die letzten Sonnenstrahlen. Es ist aufgeklart, die Wolken haben sich verzogen.

Dann ruhe ich mich jetzt besser noch ein bisschen aus, damit ich meinen Gast gleich nicht nur angähne.


21,2 km
4:20 h
12 hm
15 hm
32 m