Heute geht es hoch hinaus. Okay, noch nicht ganz so hoch. Aber zumindest gehört mein Ziel heute schon zu den Allgäuer Hochalpen.

Am Campingplatz funktioniert heute Morgen alles ohne Probleme. Das ist allerdings seit der Ostsee der teuerste Platz mit 17 Euro für eine Nacht.

Zuerst steht der Abstieg ins Tal an. Ich gehe die Passstraße bis nach Oberjoch. Von dort kann ich bis Bad Oberdorf den Wildbachtobel hinabsteigen. Ein sehr schöner Weg, so macht der Abstieg auch gar nichts. Es ist ein schmaler Pfad an ganz vielen Wasserfällen entlang. Zwischendurch muss ich über ein paar Felsen klettern. Zur Hilfe sind Eisenbügel und ein Stahlseil angebracht.

Weiter geht es dann durch Bruck und nach Hinterstein an der Ostrach entlang. Immer weiter rein ins Ostrachtal.

Eine Männerwandergruppe fragt, ob ich nicht lieber mit ihnen gehen will. Aber sie gehen in die falsche Richtung.

Hinter Hinterstein geht es dann die Giebelstraße entlang. Hier der Blick zurück auf den Ort.

Die Straße ist nicht befahren, außer vom Bus, der die lauffaulen Wanderer bis zum Talschluss zum Giebelhaus bringt. Das Stück zieht sich ziemlich. Über eine Stunde folge ich der langweiligen Straße. Mich überholen ganz viele Radfahrer und ich überhole alle anderen Wanderer. Einen anderen Weg gibt es hier nicht, es sei denn man steigt schon hoch in die Berge. Ich überlege, ob ich meine Route ändere und über den Breitenberg und Kleinen Daumen zur Hütte gehe. Das wären allerdings dann noch 1400 Höhenmeter und die Wolken da oben sehen ziemlich dunkel aus. Dann bleibe ich halt doch bei meinem Weg. Zumindest hat man die ganze Zeit einen schönen Blick auf die umliegenden Berge.

Zwischendurch mache ich Pause, um die Kühe vorbeizulassen. Die große Herde wird von 3 Hirten über die Straße weiter ins Tal hineingetrieben.

Der Giebel mit fast 2000m erhebt sich vor mir.

Dann endlich kann ich die Straße hinter mir lassen. Jetzt folgt laut Schild noch ein einstündiger Aufstieg zum Ziel. Der schmale Pfad führt mich über Wildwiesen und dann durch den Wald.

Der ganze Aufstieg ist ganz angenehm heute, es gibt keine extrem steilen Passagen. Es geht die ganze Zeit über seicht hinauf.

Ganz plötzlich hinter eine Kurve ist dann die Hütte in Sicht. Ich habe 45 Minuten gebraucht. Ich übernachte auf der Schwarzenberghütte auf 1380 Meter.

Mal sehen, ob noch jemand kommt. Bisher bin ich der einzige Gast. Und dabei hatte ich mich schon auf einen heiteren Hüttenabend gefreut, wo die Gaststube voll ist und man einfach Gesprächspartner findet. Naja, dann liege ich halt den Nachmittag erstmal alleine auf der Bank in der Sonne, die zwischendurch immer mal wieder rauskommt und schreibe euch und genieße den Ausblick. Morgen am Nebelhorn ist bestimmt mehr los.

Um Punkt 18 Uhr gibt es Essen, wie das so üblich ist auf Hütten. Ich freue mich schon auf den Linseneintopf.


19,2 km

4:20 h

636 hm

410 hm

1397 m